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Vortrag

Fortschrittskolleg VERBUND.NRW: Ressourceneffizienzsteigerung beim Einsatz von Verbundwerkstoffen und –konstruktionen im Bauwesen

Freitag (07.07.2017)
11:10 - 11:30 Uhr
Bestandteil von:


Der gesamte Materialeinsatz im Baubereich beansprucht 60 % der pro Jahr in Deutschland verbrauchten Ressourcen und verursacht große Abfallmengen bei der Entsorgung und Demontage. Im Bauwesen ist der Einsatz von neuartigen Verbundwerkstoffen (z. B. Textilbetone, Wärmedämmverbundsysteme, carbon- und glasfaserverstärkte Bauteile) in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die strukturelle Komplexität dieser Werkstoffe hat zur Folge, dass ein Recycling technisch schwierig ist und daher noch keine Kreislaufwirtschaftskonzepte bzw. -technologien für diese Stoffe existieren. Um den nachhaltigen Einsatz der Materialien hinsichtlich der gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Steigerung der Ressourceneffizienz sowie Rohstoffrückgewinnung zu gewährleisten, ist die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette notwendig.

Die Forschungsstrategie "Fortschritt NRW" des Landes Nordrhein-Westfalen sieht ein großes Potenzial zur Lösung solch komplexer Fragestellungen in inter- und transdisziplinären Forschungsansätzen. Deshalb hat das Wissenschaftsministerium das Förderprogramm "Fortschrittskollegs NRW" gestartet, in dessen Rahmen auch das Fortschrittskolleg VERBUND.NRW mit elf über verschiedene Disziplinen verzahnten Projekten für zunächst 4 ½ Jahre gefördert wird.

VERBUND.NRW leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Verbundkonstruktionen und betrachtet den gesamten Lebenszyklus auf technischer, ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene. Ziel ist es, Ressourceneffizienzpotentiale verschiedener Verbundmaterialien aufzudecken und zu nutzen. Es soll erreicht werden, dass bei der Entwicklung der Werkstoffe, eine spätere Rückgewinnung und Wiederverwendung oder angemessene Entsorgung berücksichtigt wird. Wissenschaftler der RWTH Aachen und der FH Münster bearbeiten dazu gemeinsam alle relevanten Phasen des Wertschöpfungskreislaufs: Entwicklung und Konstruktion, Herstellung und Verarbeitung, Nutzung und Entsorgung sowie Recycling und Rohstoffrückgewinnung. Sie forschen in engem Austausch mit rund 30 Partnern aus der Industrie, den Behörden und Verbänden. Die Zusammenarbeit soll die relevanten Anforderungen aus der Praxis berücksichtigen und den direkten Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis vorantreiben.

Sprecher/Referent:
Dr. Sonja Stahn
RWTH Aachen University
Weitere Autoren/Referenten:
  • Prof. Dr. Peter Quicker
    RWTH Aachen
  • Jan Stockschläder
    RWTH Aachen